Das „National Museum“ in Bahrain zählt zu den ersten modernen Museen im arabischen Raum. Der 30 Millionen US Dollar Bau erstreckt sich auf eine Fläche von 28.000 Quadratmetern und erzählt von der Geschichte und Tradition von Bahrain. Das Museum wurde direkt neben dem National Theatre um Golf gebaut. Wir hatten für den Besuch knapp zwei Stunden Zeit und die Führung war sehr kompakt. Empfehlenswert ist wohl ein ganzer Vormittag oder Nachmittag, um die Geschichte der Insel kennenzulernen. Am Freitag (das bei uns bekannte Wochenende findet am Freitag und Samstag statt) werden keine Führungen angeboten. Diese sollte man allerdings unbedingt buchen, um auch Geschichten aus dem Leben zu erfahren.

Dilmun Gräber im National Museum of Bahrain

Wir besuchten die „Hall of Dilmun“ und „Hall of Dilmun Graves“ im Erdgeschoss. Diese erzählen von einer Zeit rund 2.000 – 2.250 vor Christus. So erfährt man hier, dass Königsgräber keineswegs etwas mit Königen zu tun haben. Aufgrund der hohen Kindersterblichkeit wurden Babys in sogenannten Königsgräbern begraben. Um Platz für ihre Väter zu haben, vielen die Gräber größer aus und bekamen daher den Namen Königsgräber.

Die Tradition des Perlentauchens im Nationalmuseum von Bahrain

Im ersten Stock erfährt man geschichtliches und traditionelles über das Leben auf Bahrain. Früher lebten die Leute hier vom „weissen Gold“, ehe bei Bohrungen nach Wasser fast zufällig das „schwarze Gold“ gefunden wurde. Als „weisses Gold“ wurden Perlen bezeichnet. Diese holten Taucher aus bis zu zwölf Metern Tiefe. Die Ausrüstung der Taucher war nicht vergleichbar mit heutiger Taucherausrüstung. Beschwert mit einem Bleigürtel und Watte in den Ohren tauchten die, meist jungen Burschen, hinab, um die Muscheln zu sammeln. An Deck wartete je Taucher ein Sicherheitsmann, der die Taucher mit einem Seil wieder an die Wasseroberfläche zog.

Das Dorfleben in Bahrain

Vor allem Frauen – unsere Museumsführerin war eine Frau – haben es ihrer Meinung nach in Bahrain gut. Während die Mütter nach wie vor für die Auswahl des „richtigen“ Lebensgefährten verantwortlich sind, bekommen sie bei der Hochzeit eine große Summe Geld. Auch heute noch muss die Frau vor einem Richter kund tun, wie viel Geld sie gerne möchte. Der Mann muss dieses Geld auftreiben und der Frau zur Verfügung stellen. Einzig sie darf darüber verfügen. Nach einer Scheidung verbleibt das Geld zur Gänze bei der Frau … Nur wenige Frauen arbeiten in Bahrain, weil sie aufgrund der „Mitgift“ nicht müssen. Viele von den Frauen, die dennoch arbeiten, arbeiten zum Zeitvertreib. Die andere Zeit wird in den immer mehr werdenden Shopping Center europäischer Form verbracht.

Unterricht in der Schule

Damit Frauen nach der Geburt nicht gleich wieder Schwanger werden, kommt das Neugeborene mitsamt der Mutter die ersten 40 Tage nach der Geburt in die Obhut der Oma des Kindes. Diese sorgt für das Wohl der Frau und des Kindes. In dieser Zeit dürfen sich Frau und Mann nur Abends kurz sehen.

Auch der traditionelle Handel auf dem Markt wird im National Museum gezeigt. Der Markt – „Souq“ genannt, ist auch heute noch eine Touristenattraktion. Leider bietet er allerdings auch bei den Lebensmitteln nicht die beste Qualität. Einheimische trifft man hier fast nicht mehr zum Einkauf, diese beziehen ihre Einkäufe lieber aus den lokalen Supermärkten. Wer sich überlegt, einen Goldschmuck zu kaufen findet am Souq eine riesige Auswahl. Der vorgeschlagene Preis ist allerdings mehr als Wunschpreis zu verstehen. Der tatsächliche Verkaufspreis liegt bei einem drittel des erstgenannten Preises.